IF 039 – Bioladen

Heute war ich in einem von unseren zahlreichen örtlichen Bioläden. Bislang habe ich den immer von außen betrachtet, oder war kurz mal im Vorraum, um mir eines von den kostenlosen Magazinen mitzunehmen.

Anläßlich der Existenz von 10 leeren Glasflaschen eines Mineralwassers, die man nur in diesem Laden abgeben kann, wagte ich mich dann doch hinein. Und weil ich schon mal drin war, strollte ich dann auch durch die Gänge und überflog das Warenangebot. Da das Frühjahr naht, packte ich ein paar massiv preisreduzierte Samentüten (von 2,49 auf 0,49 und 3,49 auf 0,99€) ein und erwägte sogar den Kauf von Bio-Bruderherz-Eiern im Sechserpack. Leider waren diese nirgends preislich ausgezeichnet und weil ich aktuell von der Hand in dem Mund lebe, beschloß ich von deren Erwerb abzusehen.

Im Separee für Obst und Gemüse staunte ich nicht schlecht über den Preis von 3,49€ für einen Bund Bio-Lauchzwiebeln aus Italien, die ich mir höchstens mal ohne Bioadel gönne, wenn sie abends evtl. beim Discounter im Angebot für 0,49€ anzutreffen sind.

Ab und kreuzte ich die Wege von zwei Kauflustigen (eine junge Frau, ein älterer Herr) die ihre Einkaufswagen (um mehr als die Hälfte kleiner, als die vom Discounter) vor sich hinschoben. An der Kasse traf ich beide wieder, er legte vor mir auf, sie nach mir.

Was auf dem Band landete, waren keine großen Mengen, doch die Preise ließen mich innerlich nach Luft japsen. 4,99 für 4 große Orangen, 19,99€ für ein ganzes Hähnchen, am Ende kostete der Einkauf des Herrn etwas über 99€ und ich dachte, sollte ich je auf die Idee kommen einen Gutschein für einen Kauf im Bioladen zu verschenken, würde ich wohl eher 200€ anlegen müssen, damit Freude aufkommen kann.

Abzüglich Pfand (1,50) ging ich mit zwei Tütchen Kerbelsaat, und je einer Tüte Rotkleesamen und Vitalmischung für insgesamt 1,46€ nach Hause.

Sich gesund zu ernähren, bleibt für die unteren Einkommensklassen ein Traum. Zumindest wenn es darum geht, regelmäßig an den etablierten Bio-Versorgungsstationen zuzugreifen.

Als ich wieder zuhause war, habe ich mich sofort auf meine billig erstandene Toffifee-Beute (5 Packungen à 15 st. für 4,44€) gestürzt und meinen Frust einmal mehr in mich hineingefressen.

Ob Verwursten statt Kükenschreddern finanziell unterstützt werden sollte, bleibt weiterhin eine Frage. Weitere Infos finden sich auch hier. Und wer bewußt nur noch Eier kaufen mag, bei denen die männlichen Küken zwar nicht sofort, aber auf jeden Fall später getötet werden (Die dürfen statt einem Tag knapp fünf Monate leben) – alles zum wirtschaftlichen Wohl von Erzeuger und Verbraucher – dem sei diese Händlerliste nahegebracht.

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